Die SAZ tritt für die Stärkung des Kulturguts Spiel ein

Gute Spiele sind Inspiration, Salz und Pfeffer in unserem Leben. Sie entführen uns in andere Welten, verzaubern mit Spannung, Faszination und Emotionen, beleben unsere Kommunikation, schaffen gemeinsame Erlebnisse und vermitteln immer wieder etwas Neues. Spiele haben also viele Gemeinsamkeiten mit anderen medialen Kulturwerken.

Welchen Wert haben Spiele für die Gesellschaft oder für die Weiterentwicklung einer Kultur? Das ist womöglich noch gar nicht ausreichend genug erforscht. Johan Huizingas Homo Ludens ist allenfalls noch in Fachkreisen bekannt. Er vertrat dort 1938 die These, "dass Kultur anfänglich gespielt wird, dass Kultur in Form von Spiel entsteht." Fest steht, dass im Spiel Fähigkeiten trainiert werden können, die auch außerhalb der häuslichen Grenzen einsetzbar sind. Fest steht, dass das Spielen den Horizont erweitern kann, indem es in neue Welten führt; den bzw. die Spieler Abenteuer erleben und sie „Dinge“ gemeinsam ausprobieren lässt; schlicht ein geeignetes Mittel gegen Isolation ist. Spiele sind ein Stück Freiheit. Und selbst dann, wenn diese Freiheit nur innerhalb der eigenen vier Wände bestehen sollte.

Literaturtipp: Kulturgut Spiel von Max J. Kobbert, das den Bogen zwischen Jahrtausende alter Geschichte dieses Kulturguts und dessen aktueller Bedeutung spannt. Dazu passt auch der folgende Link zu The Full History of Board Games, der ebenfalls einen interessanten Überblick in die Kulturgeschichte der Brettspiele gibt.

Wir stehen für eine gleichberechtigte Behandlung des Spiels im Kulturbetrieb, eine stärkere Anerkennung der Bedeutung des Spiels für die Entwicklung von sozialen und kulturellen Kompetenzen sowie für eine umsatzsteuerliche Gleichstellung mit Büchern, Film, Theater, Musik und anderen Kulturgütern. Daher setzt sich die SAZ auch für die Aufnahme von Spielen in den Sammlungskatalog der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) ein und ist aktives Mitglied im Deutschen Kulturrat / Rat für Soziokultur und kulturelle Bildung.