Die SAZ fordert die umsatzsteuerliche Gleichstellung von Spielen mit anderen Kulturgütern

Spiele sind ein schützenswertes Kulturgut und haben auch als Bildungsmedium eine hohe gesellschaftliche Bedeutung. Der erleichterte Zugang zu diesem Kulturgut ist daher absolut förderungswürdig. Wir halten deshalb die umsatzsteuerliche Gleichstellung von Spielen mit Büchern und anderen Kulturgütern für eine sinnvolle Maßnahme.

Die gesellschaftliche Funktion von Spielen drückt sich in vielerlei Formen aus. Spiele begleiten die Menschheit von Anbeginn. Sie dienen dem Zeitvertreib, der geistigen Anregung und Herausforderung, der Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten, dem geselligen Beisammensein, dem Zusammenhalt in Familien und können auch bei der Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen in unsere Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen.

Die Forderung, analoge Spiele mit dem ermäßigten Steuersatz (in Deutschland 7%) zu besteuern, ist zum einen die logische Konsequenz aus unserer Forderung, Spiele in den Sammlungskatalog der Deutschen Nationalbibliothek aufzunehmen. Dazu haben wir vor der deutschen Bundestagswahl im Oktober 2017 auch die Parteien befragt.

Für die Forderung nach umsatzsteuerlicher Gleichstellung von Spielen mit anderen Kulturgütern konnten wir im ersten Schritt die Vereinigung der deutschsprachigen Spieleverlage, Spieleverlage e.V., gewinnen.

Zum anderen erscheint es unlogisch, wenn die Honorare für Urheber (zumindest in Deutschland) grundsätzlich mit dem ermäßigten Steuersatz besteuert werden, die daraus generierten Produkte, wie z.B. Bücher und E-Books, Konzerte und Musik-CDs sowie auch Spiele, nur teilweise oder gar nicht diesem ermäßigten Steuersatz unterliegen.

Für die Europawahl 2019 stellten wir folgende Forderung zur Diskussion:

Wir fordern vom Europäischen Parlament, dass den Mitgliedsstaaten die Option eingeräumt wird, ALLE Kulturprodukte und künstlerischen Leistungen einheitlich mit einem vergünstigten Umsatzsteuersatz – analog zu Büchern und E-Books sowie Tickets zu Theater-, Film- und Musikaufführungen – zu besteuern. Dazu sollten z.B. auch Tonträger und Spiele gehören – unabhängig davon, ob es sich um physische oder digitale Produkte handelt.

Begründung: Der Wildwuchs im Umsatzsteuersatz für Kulturprodukte und künstlerische Leistungen muss im Interesse eines erleichterten Zugangs zur Kultur für alle Bevölkerungsschichten beseitigt werden. Kultur ist Brot für den Kopf und die Seele!

Die Antworten der Parteien können Sie hier nachlesen.