Spieleautoren sind Urheber!

… eigentlich eine selbstverständliche Aussage. Doch leider wurde dies immer wieder mal in Zweifel gezogen. Sei es, dass mit der Materie ungenügend vertraute Gerichte Spielregeln mit Gebrauchsanweisungen gleichsetzen – sei es, dass im Jahr 2012 es dem Geschäftsführer der Vereinigung der Spieleverlage (damals „Fachgruppe Spiel e.V.“, seit 2014 „Spielverlage e.V.“) fraglich erschien, dass Spieleautoren, Urheber im Sinne des Urhebergesetzes sein können und diese in Ignoranz des § 36 UrhG dann als „Lieferanten“ einstufte.

Zu diesem Thema hat die SAZ eine öffentliche Sonderausgabe ihrer SAZ-Zeichen herausgegeben, in der zwei Fachanwälte alle Argumente zur Urheberrechtsproblematik aufgreifen, im Detail behandeln und klar Stellung beziehen.

Zum Download als PDF: SAZ-Zeichen Nr. 5 „Spiele und Urheberrechtsschutz“

Die Stellungnahme der Spieleverlage rief eine heftige Gegenreaktion bei den Spieleautoren und in der interessierten Öffentlichkeit hervor. Bei einer von der SAZ organisierten Unterschriftensammlung auf change.org unterschrieben fast 5.000 Unterstützer die Forderung, Spieleautoren als Urheber und die SAZ als Verhandlungspartner anzuerkennen. Eine Dokumentation dieser Auseinandersetzung finden Sie hier.

Leider hat sich inzwischen an der Haltung des Verbands der Spieleverlage nichts geändert, obwohl die Mitgliedsverlage in ihren Lizenzverträgen die Urheberschaft der Spieleautoren an ihren Werken explizit dokumentieren.

Die SAZ wird sich daher weiterhin auch auf politischer Ebene für eine klare und allgemeine Anerkennung der Spieleautoren als Urheber einsetzen und ihre Funktion als konsequente Interessenvertretung ausbauen. Dabei konnte sie in der Folgezeit einige beachtliche Erfolge erzielen.