NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf

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Im Herbst 2016 brachte Adlung-Spiele unter dem Autorennamen „Karsten Adlung“ (das ist der Verlagsinhaber selbst) das Spiel NEXTPRESS heraus, nachdem der Lizenzvertrag mit dem bekannten Spieleautor Dr. Reiner Knizia zu EXPRESS gekündigt worden war, das seit 2002 bei Adlung-Spiele im Programm war.

Adlung-Spiele bezeichnet NEXTPRESS ausdrücklich als Weiterentwicklung sowie als „Das neue EXPRESS“ – mit der Autorenangabe „Karsten Adlung“. Als Begründung wird das Auslaufen der Lizenz von EXPRESS angegeben. Der Titelwortlaut und dessen grafische Gestaltung unterstreichen die Nähe beider Spiele. Die Spielregel ist in weiten Teilen identisch.

Eine Abmahnung und Aufforderung durch den Anwalt von Dr. Reiner Knizia, eine entsprechende Unterlassungserklärung abzugeben, hat der Patentanwalt von Karsten Adlung unter Hinweis auf die angeblich mangelnde Schöpfungshöhe der Spielregel zurückgewiesen. In dem Verlagsvertrag zwischen Adlung-Spiele und Dr. Reiner Knizia wird aber dessen Urheberschaft klar definiert und die Rückgabe aller Rechte inklusive des Titels bei Vertragsende festgehalten.

Die juristische Bewertung des Sachverhalts ist noch nicht abgeschlossen. Das Ansehen von Adlung-Spiele wird aber – davon unabhängig – bei Spieleautoren schweren Schaden nehmen. Das Risiko, bei diesem Verlag ein Spiel zu verlegen, um dann bei Vertragsende mit einer überarbeiteten Version konfrontiert zu werden, für die der Verleger selbst als Autor zeichnet, ist unseres Erachtens – angesichts des vorliegenden Sachverhalts – nicht von der Hand zu weisen.

Der Vorstand der Spiele-Autoren-Zunft unterstützt sein Mitglied Dr. Reiner Knizia bei seinen Anstrengungen, zu seinem Recht zu kommen, und verurteilt das Vorgehen von Karsten Adlung auf das Schärfste.

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