SPIELEAUTOREN SIND URHEBER!

Kleine Chronologie der Auseinandersetzung mit der
Fachgruppe Spiel*), der 20 Spieleverlage angehören:

*) Die Fachgruppe Spiel firmiert seit März 2014 als "Spieleverlage e.V."

Im Herbst 2012 legte die SAZ der Fachgruppe Spiel einen Entwurf mit 11 Punkten für Mindeststandards in Verträgen mit Spieleautoren vor. Diese 11-Punkte-Liste ersetzte die ursprüngliche Idee, einen kompletten Mustervertrag nach Vorbild des Buchhandels auszuhandeln – und zwar auf ausdrücklichen Wunsch des Vorsitzenden der Fachgruppe Spiel, Herrn Hermann Hutter.
Link zur 11-Punkte-Liste (PDF-Download 105 KB)

In einer E-Mail vom 31.10.2012 schrieb dann der Geschäftsführer der Fachgruppe Spiel, Herr Dr. Volker Schmid, es „erscheint fraglich, dass Spieleautoren Urheber im Sinne des Urhebergesetzes sein können … Damit scheidet eine sachliche Diskussion zwischen der Interessenvertretung der Autoren und der Interessen-
vertretung der Spieleverlage aus.“ Und dies, nachdem wir – anstelle der ursprünglichen Idee eines Mustervertrags nach Vorbild der Buchautoren – auf Vorschlag des Vorsitzenden der FG Spiel nur noch „11 Punkte für Mindeststandards“ vorgelegt hatten.
E-Mail der FG Spiel vom 31.10.2012 (PDF-Download 83 KB)

Mit einer juristischen Stellungnahme, einem offenen Brief und einer Unterschriften-
aktion kontert die Spiele-Autoren-Zunft e.V. (SAZ) im April 2013 die Weigerung der Fachgruppe Spiel e.V., den Spieleautoren den Status als Urheber anzuerkennen und die Gespräche mit der SAZ gemäß § 36 UrhG als deren Vertretung fortzuführen.
Link zum offenen Brief an die FACHGRUPPE SPIEL (PDF-Download 152 KB)

Die aktuelle Ausgabe der SAZ-Zeichen Nr. 5 "Spiele und Urheberrechtsschutz" erscheint ausnahmsweise öffentlich. Wir wollen mit dieser juristischen Stellungnahme unseren Standpunkt, dass Spieleautoren Urheber sind und die Spiele-Autoren-Zunft e.V. (SAZ) die repräsentative (und einzige!) Vertretung der Spieleautoren nach § 36 des deutschen Urhebergesetzes ist, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.
Link zum PDF-Download der SAZ-Zeichen Nr. 5 (94 KB)

Ergänzend zu dieser Stellungnahme haben wir eine stichprobenhafte Erhebung durchgeführt, die klar nachweist, dass die SAZ auch in der Praxis die repräsentative Vertretung der Spieleautoren ist:
Link zur Erhebung

Anfang April 2013 startete die Spiele-Autoren-Zunft e.V. (SAZ) auf change.org die Petition:Spieleautoren als Urheber und die SAZ als Verhandlungspartner anerkennen!“ Hintergrund war die Weigerung des Verbands der Spieleverlage (Fachgruppe Spiel / neuerdings: Spieleverlage e.V.), den Urheberstatus der Spieleautoren nach deutschem Urheberrecht anzuerkennen.

In der Antwort auf den offenen Brief der SAZ schreibt der Geschäftsführer der Fachgruppe Spiel, Herr Dr. Volker Schmid am 12.04.2013: „Es ist ganz einfach so, dass wenn, die in der Fachgruppe Spiel vertretenen Spieleverlage gemeinsame Vergütungsregelungen mit einer Gruppe von „Lieferanten“ machen, dies ganz klar kartellrechtlich verboten ist...“ Dies ist allerdings nie vom Kartellamt geprüft worden. Neben einigen haltlosen Behauptungen schreibt er ferner, in etwas eigenartiger Interpretation des Urhebergesetzes: „Es kommt dann im Einzelfall darauf an, dass die Rechtsprechung die erforderliche Schöpfungshöhe bestätigt.“
E-Mail der FG Spiel vom 12.04.2013 (PDF-Download 89 KB)

Der Vorsitzende der Fachgruppe Spiel, Hermann Hutter, stellte sich in einem Interview den Fragen von Sebastian Wenzel von zuspieler.de. Neben äußerst widersprüchlichen Aussagen, bleiben die Standpunkte nach wie vor kontrovers. So sagte er dort wörtlich zu den Verträgen der Verlage mit den Autoren: "Dabei berücksichtigen die Verlage selbstverständlich die Urheberschaft des Autors. Ob die Entwicklung des Autors urheberrechtsfähig ist oder nicht, spielt keine Rolle." Mehr Widerspruch in sich geht wohl kaum.
Link zum Interview — veröffentlicht am 29.04.2013

Ende Mai 2013 initiierte die SAZ eine weitere Unterschriftenaktion, bei der 50 bekannte Spieleautoren als Erstunterzeichner erklären: „Wir unterzeichnen keinen Vertrag, der uns nicht ausdrücklich als Urheber unseres Spiels anerkennt!“. Auf dem 32. Spieleautorentreffen in Göttingen am 1./2. Juni 2013 haben inzwischen weitere Spieleautoren unterzeichnet. Aktuell sind sind es inzwischen 99 Unterzeichner. Spieleautoren, die noch unterzeichen wollen, können das hier machen.

Am 08. Juni 2013 gab es ein Gespräch in Berlin zwischen dem Vorstand der SAZ und ihrem Justiziar mit dem Vorstand und weiteren Vertretern der Fachgruppe Spiel. Dabei wurde auch eine Mappe mit den bis dahin gesammelten über 4.300 Unterstützern der Petiton auf change.org überreicht. Zu den Ergebnissen des Gesprächs veröffentlichte die SAZ eine Presseerklärung. Wir werden sehen, wie es im Oktober weitergeht ....
Bis wir hier Klarheit haben, werden wir die Unterschriftensammlung fortsetzen und bitten weiterhin um Ihre Unterstützung.

Im Januar 2014 hatte die Fachgruppe Spiel ihr Versprechen immer noch nicht eingelöst, bis zur Messe Spiel ‘13 in Essen eine revidierte Erklärung zum Thema „Urheberrecht und Spieleautoren“ vorzulegen. Die SAZ unterbreite dann auf Wunsch des Vorsitzenden der Fachgruppe Spiel, Hermann Hutter, unmittelbar nach der Messe in Essen folgenden Textvorschlag:

Die in der Fachgruppe Spiel zusammengeschlossenen Verlage sehen die Spieleautoren grundsätzlich als Urheber ihrer Werke an, wenn diese die Anforderungen des Urheberrechtsgesetzes erfüllen. Diese Anerkennung folgt der Praxis der einzelnen Verlage, mit den Spieleautoren Verträge abzuschließen, in denen Nutzungsrechte an den bestehenden Urheberrechten eingeräumt werden.  

Die Fachgruppe Spiel ist sich mit der Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) einig, dass es wünschenswert wäre, wenn der Gesetzgeber hier für eindeutigere Regelungen im Urheberrechtsgesetz sorgen würde.

Leider kam anstelle dessen im Dezember 2013 eine Antwort des Geschäftsführers der Fachgruppe Spiel, Dr. Volker Schmid, in dem er lediglich feststellt, dass Spieleautoren selbst erklären, Urheber ihrer Werke zu sein:

Regelmäßig erklären Spieleautoren der SAZ, über das Urheberrecht an Spielen zu verfügen („Spieleautoren sind Urheber“ zu finden unter www.spieleautorenzunft.de). Dem folgt die Praxis der in der Fachgruppe Spiel zusammengeschlossenen Verlage, mit den Spieleautoren Verträge abzuschließen, in denen gegen entsprechende Lizenzzahlungen Nutzungsrechte an den erklärten Urheberrechten eingeräumt werden.

Offenbar will sich die Fachgruppe als Organisation im Gegensatz zu ihren Mitgliedern vor einer klaren Stellungnahme drücken. Bedauerlicherweise macht dies ein gemeinsames Wirken für das Kulturgut Spiel mehr als schwierig. Wir Spieleautoren fordern daher nach wie vor, auch von der Fachgruppe Spiel als Urheber anerkannt zu werden. Dies hat die SAZ in einem Antwortschreiben am 20.01.2014 an die Mitglieder der Fachgruppe Spiel deutlich gemacht.

Im Juni 2014 schloss die SAZ ihre Unterschriftenaktion auf change.org mit 4.712 Unterschriften. Leider hat sich inzwischen an der Haltung des Verbands der Spieleverlage nichts geändert, obwohl viele Mitgliedsverlage in ihren Nutzungsverträgen die Urheberschaft der Spieleautoren an ihren Werken explizit dokumentieren.

Die SAZ wird sich daher weiterhin auch auf politischer Ebene für eine klare und allgemeine Anerkennung der Spieleautoren als Urheber einsetzen und ihre Funktion als konsequente Interessenvertretung ausbauen. Konkrete Vorschläge zur Präzisierung des Urheberrechts wurden bereits im April 2014 veröffentlicht. Der Vorstand der SAZ dankt allen Unterstützern und wertet die Unterschriftensammlung als hilfreiche Unterstützung sowie klaren Erfolg.

Einige aktuelle Veröffentlichungen zum Thema:

SAZ-Präzisierungen zum Forderungskatalog UrhG

SAZ - Praezisierungen zum Forderungskatalog UrhG-v9.pdf SAZ - Praezisierungen zum Forderungskatalog UrhG-v9.pdf (13,9 kB)

Thesenpapier Spiele + Deutsche Nationalbibliothek

Thesenpapier Spiele+DNB.pdf Thesenpapier Spiele+DNB.pdf (20,4 kB)