SAZ: Agenturen sind keine Patentlösung (update vom 26.11.2009)

26.11.2009 23:14

Stellungnahme des Verwaltungsrats der SAZ zur Kooperation von Pegasus und White Castle (mit aktueller Ergänzung)

Vor einigen Tagen hat Pegasus bekannt gegeben, dass ungefragte Spielevorschläge nur noch über die Agentur White Castle angenommen werden, die im Erfolgsfall mit 40% einen erheblichen Anteil des Geldes erhält, das der Verlag als Honorar auszahlt. In jedem Fall zahlt der Autor 65€ für die Tätigkeit der Agentur und zusätzlich Portokosten für Hin- und Rücksendung des Spiels. Über eine Bezahlung der Agentur durch den Verlag ist nichts bekannt.

Die Spiele-Autoren-Zunft e.V. (SAZ) betrachtet mit Sorge und Skepsis die offenbar zunehmende Tendenz von Verlagen, die Sichtung von ungefragten Spiele-vorschlägen an Agenturen auszulagern und die Kosten dafür den SpieleautorInnen ganz oder teilweise aufzubürden. Als besonders belastend für die SpieleautorInnen empfinden wir in diesem Fall den Zwang zu einem Agenturvertrag, der über eine pauschale Bearbeitungsgebühr hinaus im Erfolgsfall zu einer Reduzierung der Absatzlizenz um den Agenturanteil von 40% führt.

Agenturen können als Vermittler zwischen SpieleautorInnen und Verlagen im In- und Ausland eine wichtige und positive Rolle spielen. Die Entscheidung für eine Agentur sollte aber freiwillig erfolgen. Wir haben durchaus auch Verständnis dafür, dass Verlage nach organisatorischen Lösungen suchen, um der Flut ungefragter Einsendungen Herr zu werden. Es kann aber nicht sein, dass dies ausschließlich auf dem Rücken der SpieleautorInnen ausgetragen wird.

Wir appellieren an die persönliche Verantwortung der Verleger, ihrer Rolle als Nutznießer des kreativen Nachwuchses der insbesondere davon betroffen ist gerecht zu werden.

Die Spiele-Autoren-Zunft spricht sich für eine Wahlmöglichkeit der Autoren aus, einen direkten Kontakt mit einem Verlag herzustellen oder eine Agentur zu beauftragen, die für ihn verschiedene Tätigkeiten übernimmt, die er nicht ausführen kann oder will und die er dann bezahlt. Zurzeit besteht die Wahlmöglichkeit, weil es in Deutschland viele Verlage gibt, die Wert auf einen direkten und gut gepflegten Kontakt legen. Wir bestärken diese Verlage in ihrem Weg.

Verwaltungsrat der Spiele-Autoren-Zunft e.V. (SAZ) - 16.10.2009

Aktuelle Ergänzung vom 26.11.2009:

Auf Nachfrage der SAZ haben sowohl die Redaktion von Pegasus als auch White Castle erklärt, dass ausdrücklich nur ungefragt eingesandte Spiele zwingend über die Agentur eingereicht werden müssen. Pegasus-Verlagsvertreter werden zu den Autorentreffen weiterhin persönlich anreisen. Ein direkter Kontakt zur Redaktion von Pegasus kann also auf den einschlägigen Autorentreffen weiterhin hergestellt werden. Dem Vorstand der SAZ wurde in persönlichen Gesprächen zugesagt, dass der Abschluss eines Lizenzagentur-Vertrags weiterhin für die Autoren freiwillig und im eigenen Ermessen bleibt und die entsprechenden Informationen auf den Internetseiten von Pegasus und White Castle angepasst werden, wie bereits teilweise geschehen, siehe Website von White Castle .

Aus Sicht des SAZ-Vorstandes ist damit ein Missverständnis ausgeräumt und unsere in diesem Punkt geäußerte Kritik gegenstandslos geworden. Wir bedanken uns für die konstruktiven Gespräche mit den Beteiligten.

Zurück